Zu diesem Zeitpunkt hatte Cabral bereits Brasilien “entdeckt” (1500), Cortez das Reich der Azteken in Mexico zerstört (1519), Pizarro das Reich der Inka in Peru in Schutt und Asche gelegt (1532). Nebenbei wurden viele Kirchen gebaut.
Seit Beginn des organisierten Sklavenhandels durch semitische und römische Händler, lange vor Beginn der neuen Zeitrechnung, erschienen nun Konkurrenten auf der Bϋhne. Die Portugiesen und Spanier hatten bereits 1494 die noch zu erobernde Welt vertraglich unter sich aufgeteilt. Nun erwachten, mit grosser Verspätung, die Briten, Franzosen und Holländer aus dem Dornröschenschlaf, um sich an dem Bombengeschäft zu beteiligen. Alle genannten Parteien, ob Muslime, Christen oder Juden, mischten mit. Die Holländer [Protestanten, ja es spielte eine Rolle*] versuchten 1641, den katholischen Portugiesen Angola abzujagen. Ein Großgrundbesitzer aus Brasilien, Salvador de Sa, segelte 1645 heran, um seinem König die Niederlassung zu retten. Die Holländer mussten sich somit mit der Grϋndung Kapstadts (1652) zufrieden geben. Luanda entwickelte sich nun zum wichtigsten Sklavenexporthafen Afrikas. (From Iron Age to Independence. A History of Central Africa. Needham.)
[* Der teilweise religiös motivierte Terror des 30 jährigen Krieges ergoss sich in dieser Zeit, (1618 – 1648) ϋber Mitteleuropa. Im Gefolge die ϋblichen Parasiten, Mörder, Vergewaltiger, Geldverleiher, Plϋnderer. Fast alle europäischen Nationen waren beteiligt und die deutschen Länder verloren fast 50% ihrer Bevölkerung sowie 50% ihres Volksvermögens. Mitbetreiber dieser Vorgänge war Kaiser Karl der fϋnfte, ein frϋher, auf Expansion bedachter Globalist mit spanischem, französischem und deutschem Blut in den Adern. Er kϋmmerte sich um seine eigenen Ansprϋche und um die Belange der katholischen Kirche. Man gab sich alle Mϋhe, die Gräuel der Inquisition zu ϋbertrumpfen. Der brutale Truppenfϋhrer Wallenstein fasste seine Strategie kurz zusammen, „Der Krieg muss den Krieg ernähren“. Nach 30 Jahren Gemetzel trafen sich die Allierten und vereinbarten den „Westfälischen Frieden“, d.h. man erfand einen Sϋndenbock und hielt sich schadlos. Späteinsteiger Frankreich bekam den grössten Teil. Zurϋck liessen sie mindestens 36 Kleinstaaten, die Schweiz und Holland wurden offiziell abgetrennt. Wie wir wissen hat das Rezept; – spät einsteigen, Sϋndenbock erfinden und wild umverteilen, sich seither gut bewährt. Dieser Krieg “brach der ϋberkonfessionellen Staatsräson die Bahn” (Brockhaus 1953). Von Vernunft leider keine Spur. Nach wie vor betreiben weltliche, ϋberstaatliche Mächte, ihr Machtkalkϋl ebenso ungehemmt wie diverse Religionsanhänger, oft in enger Zusammenarbeit.]
Es vergingen weitere 200 Jahre, bevor sich Deutschland zögernd an der Expansion beteiligte. Kurz zuvor (1757) hatte Oberst Robert Clive an der Spitze von 3000 Mann eine Armee von 50 000 unter Siraj-ud Daula bei Plassey besiegt und das gehortete Gold und Silber Indiens geraubt.
“Wahrscheinlich hat seit Beginn der Welt”, so schreibt Brooks Adams, “keine Investierung jemals einen so hohen Profit eingebracht wie die Plϋnderung Indiens, denn fast fϋnfzig Jahre lang hatte England keine Konkurrenten.” (Das Problem Europa von Generalmajor J.F. Fuller. 1940).
Die Begeisterung Bismarcks und seines Nachfolgers Caprivi hielt sich trotz der guten Vorbilder in Grenzen. Das Expansionsprojekt wurde anfangs energisch von privater Seite vorangetrieben. Diese mussten sich gezwungenermaßen mit den wenigen “weiβen Flecken” begnügen, die noch auf der Weltkarte zu finden waren. Sϋdwestafrika war solch ein “weiβer Fleck”, fϋr den sich vorher nur die San Ureinwohner, sowie wenige zugewanderte Bantu Stämme im Norden (Damara, Herero, Ovambo, Ovahimba) und hybride Nama Stämme aus Sϋdafrika interessiert hatten. ( Die Broschϋre,“Semitische Lehnworte in der Namasprache“, von H .Vedder untersucht zahlreiche solche Worte aus dem arabischen Raum). Über die geschichtliche Entwicklung in der vorherliegenden Zeit wissen wir in groben Umrissen dank der Forschungsarbeit des Dr. H. Vedder in seinem Buch “Das Alte Sϋdwestafrika”. Kurz: Nachdem die San Ureinwohner von den schwarzen Neuankömmlingen ermordet, vertrieben oder versklavt waren, konzentrierten sich diese darauf, sich gegenseitig zu bekämpfen. Nebenbei verkauften sie Gebiete, die sie sich kurz vorher angeeignet hatten. Ein paar weisse Händler aus Sϋdafrika heizten ein mit Waffen und Alkohol, während die wenigen dort ansässigen Missionare vergeblich versuchten, Frieden zu stiften. Mit anderen Worten, es herrschten Zustände wie in allen anderen Teilen Afrikas. Im Jahr 1883 landete Heinrich Vogelsang, Vertreter des Adolf Lϋderitz in Angra Pequena.