Propaganti: A weapon of myth destruction
A weapon of myth destruction

Ein Rückblick. Teil 1. – Bis 1919.

Da im Jahr 1900 die Eisenbahnlinie vorerst in Jakkalswater endete, ging die Reise des Erich Rust nach Windhoek weiter zu Fuss, mit dem Gepäck auf dem Ochsenwagen eines Frachtfahrers. Dort angekommen, kϋmmerte er sich um den Kauf einer Farm, Ondekaremba genannt, und begann mit viel Energie, das eben erst vermessene Gelände zu entwickeln und ein Haus zu bauen. Es wird berichtet, dass bei dem Bau des grossen Hauses aus Bruchstein 3 Ochsenwagen zu Schrott gefahren wurden. Im Jahr 1902 reiste Erich Rust noch einmal in die Heimat, heiratete dort die junge Gerda Camilla Fels und kehrte zurück nach Ondekaremba.

 “Mit Aufbietung aller Energie und mit größter Sparsamkeit arbeitete ich an der Entwicklung und Ausgestaltung meiner Farm, und sah mein Werk jetzt nach dreieihalb Jahren auf dem Standpunkt angelangt, wo ich grössere Barzuschϋsse entbehren konnte und wo die ersten Einnahmen aus dem Viehbestand zur Bestreitung der notwendigen Betriebskosten hinreichen wollten; ausserdem setzte nach mehrjähriger Dürre ein gutes Regenjahr ein und steigerte die Hoffnung, als die Unruhen ausbrachen und alles zunichte machten.” ( Ondekaremba, Erich Rust, Seite 48).

Mit dem Aufstand der Herero endete vorerst die Entwicklung der Farm. Nicht nur das; vieles wurde zerstört, das Vieh gestohlen und den Farmgehilfen die Arbeitsgelegenheiten zerstört. Familie Rust konnte sich am 13. Januar 1904 mit knapper Not nach Seeis retten und vereint mit anderen Farmern und wenigen Schutztrupplern weitere Angriffe abschlagen.
Ein Jahr später konnten sie wieder auf die verwϋstete Farm zurückkehren und einen neuen Versuch starten. Die Bergdamara Familien von Ondekaremba fanden sich auch wieder ein. Sie hatten sich in den Bergen versteckt, denn auf keinen Fall wollten sie wieder in das Sklavendasein unter den Herero eintreten. Der Stamm der Nama im Sϋden des Landes, nachdem sie anfänglich opportunistisch mit der Schutztruppe gegen die Herero Stellung bezogen hatten, witterten ihre Chance und startete dort auch einen Aufstand. Oberleutnant Erich von Schauroth hat diesen hautnah miterlebt.“So schwirrten jetzt bewaffnete Kornelius- und Morrisleute im Land herum … So sind sie ϋberall und nirgends, Patronen und Gewehre bekommen sie dazu reichlich von den Engländern (Liebes Väterchen, Seite 46).

…”Fϋr das Bezirksamt Windhuk fällt der Umstand höchst erschwerend ins Gewicht, dass seitens der Bevölkerung schon seit Monaten Warnungen betreffend Patronenschmuggel und auffälliges Verhalten der Herero eingegangen sind, ohne dass dieselben genϋgend Beachtung fanden; im Gegenteil, sie erfuhren wenigstens zum Teil schroffe Abweisung. Fast zum Lachen ist es, dass noch zwei Tage vor Ausbruch der Metzeleien ein amtlicher Anschlag in Windhuk prangte, in dem die beunruhigenden Gerϋchte von einer bevorstehenden Erhebung der Herero als gänzlich aus der Luft gegriffen hingestellt wurden!”(Ondekaremba).

Ohne Zweifel, in Windhoek spϋrte man deutlich den kalten Atem des imperialen Grössenwahns der ‘Secret Society’ des Cecil John Rhodes und seiner Mitwisser. Hatte er doch vor wenigen Jahren noch demonstriert, wie man einen Aufstand organisiert, um sich gleich zwei Nachbarstaaten unter den Nagel zu reissen.

“Ich hinterlasse all meine weltlichen Gϋter in Treuhand um eine Geheime Gesellschaft zu fördern und zu entwickeln. Das wahre Ziel derselben soll die Ausweitung der Britischen Herrschaft in aller Welt sein. Insbesondere die Einnahme des gesamten Afrikanischen Kontinents durch Britische Siedler.”
(The Secret Society – Cecil John Rhodes’s Plan for a new World Order, Robin Brown).

Vermittels des Rhodes Trust/Chatham House/Round Table, (die Rechten) und der Fabian Society (die Linken) konnten die entsprechend „gebildeten“ Absolventen, fern und nah in leitenden Posten untergebracht werden. Einer gegenseitigen Inspiration stand in der Regel nichts im Wege. Prominente Fabian Mitglieder, G.B. Shaw,   G.H. Wells, und J.M.Keynes befassten sich intensiv mit Eugenik. (Rassenadel fϋr die Einen, Erbgesundheit fϋr die Anderen.)