Propaganti: A weapon of myth destruction
A weapon of myth destruction

Ein Rückblick. Teil 2. – Bis 1939.

Verglichen mit diesen Herausgebern, war Julius Streicher ein blinder Anfänger, und wurde dafür nach dem  
„unausbleiblichen“ Krieg gelyncht. Von Else Löser wissen wir: „In der Jesuitenkirche am  alten Markt (Bromberg) waren die Waffen versteckt gewesen. Die Schuld des polnischen Klerus ist erwiesen. Er hat längst in Gottesdiensten gehetzt, dass die Deutschen die Feinde Polens, des katholischen Polens seien. Der Hass kam von den polnischen Kanzeln.“  (Mensch und Mass. Folge 7. 1991.) 

Wieder einmal erfahren wir, welchen zerstörerischen Einfluss fast alle Formen der Religionspropaganda auf die Geschicke der Menschen haben. Der Einmarsch russischer und deutscher Truppen in Polen, der begeisterte Empfang, der den deutschen Truppen wenige Jahre später in der Ukraine bereitet wurde, waren vorprogrammiert. 

Im Mittleren Osten gebärdeten sich die Alliierten noch peinlicher. Nach dem Vorbild der Spanier und Portugiesen, die (1494 ) den Rest der Welt vertraglich untereinander aufteilten, versuchten die Herren Sykes und Pycot, grosse Teile des Ottomanischen Kolonialreichs, unter den Briten und Franzosen zu verteilen. 1915-16 wurden Verträge geschlossen, die das Papier nicht wert waren, auf dem sie geschrieben standen. Das kurz vorher entdeckte Erdöl spielte eine wichtige Rolle, bei diesen haarsträubenden Manövern. (William Engdahl. Mit Der Ölwaffe Zur Weltmacht.) 

Und eh man sich versah, war Winston Churchill wieder da. Über seine Abenteuer in Süd Afrika – „es war spassig herumzugallopieren“  und in Pakistan – „ein paar nette kleine Kriege gegen Menschen mit barbarischen Tendenzen“  hatte er bereits Bücher geschrieben und gewinnbringend auf den Markt gebracht. Sein militärisches 
Unvermögen hatte er bereits in den Jahren 1915-16, als First Lord of the Admiralty, in Gallipoli zur Schau gestellt. Daran konnte seine eigene Einschätzung nichts ändern:  „Ich habe es in mir, ein erfolgreicher Soldat zu sein. Ich kann mir grosse Manöver und Kombinationen vorstellen.“  

Nun tauchte er als Kolonialminister in dieser Gegend auf und konnte zeigen, was in ihm steckte. „Ich verstehe die Hemmungen bei dem Einsatz von Giftgas nicht. Ich befürworte den Gebrauch von Giftgas gegen unzivilisierte Stämme.“ 
Solche Sprüche wurden in der offiziellen Geschichtsschreibung nur von National Sozialisten ausgesprochen, aber ein Kollege Winston’s, (Secretary of State to India) hatte ihn später richtig eingeschätzt. „Ich habe keinen grossen Unterschied zwischen seinem Ausblick und dem von Adolf Hitler gesehen.“  
Die Fans von scharfsinnigen Winston- Churchill-Sprüchen, ob echt oder nicht, werden von diesen Ausschweifungen natürlich nicht begeistert sein, zumal er noch viel kerniger werden konnte. Man darf aber nicht vergessen, dass er hin und wieder die Katze aus dem Sack liess. Alexander Solschenizyn berichtet in seinem Buch, 200 Jahre Zusammen, dass Churchill im Februar 1920 einen Artikel, – Zionismus gegen Bolschewismus: Der Kampf um die Seele des Jüdischen Volkes, veröffentlichte: „Jetzt hatte diese bemerkenswerte Bande von Persönlichkeiten aus dem Untergrund der grossen Städte Europas und Amerikas das russische Volk am Schopf und an der Kehle gepackt und sich zu den unbestrittenen Herren des riesigen Russischen Reichs aufgeschwungen.“ (W. Churchill, Sunday Herald,)