Zu dem Thema Verzicht auf deutsche Hegemonialansprüche berichtet Friedrich Grimm: „Hitler hatte ein glückliches Wort gesprochen: ‚Nach der Reglung der Saarfrage wird es keine territorialen Streitfragen zwischen Frankreich und Deutschland mehr geben.‘ Er hatte damit freiwillig auf Elsass-Lothringen verzichtet, wie er später als Peis für die deutsch-italienische Freundschaft auf Südtirol verzichtete.“
Wie es zu dem englischen Machtanspruch kommen konnte, hat Prof. Friedrich Berber erklärt: „Denn die englische Geschichte zerfällt in zwei Abschnitte, in deren erstem, vom Beginn der historischen Zeit bis 1066, England ständig die Beute der Seeräuber und See-Eroberer war, von den Phöniziern und Cäsar über die Angeln, Sachsen und Dänen bis zu den Wikingern und Normannen, die im Jahre 1066 unter ihrem Herzog Wilhelm England eroberte. Mit dieser Eroberung beginnt der zweite Abschnitt. Kein Fremder soll mehr englischen Boden betreten: das ist durch die Beherrschung der See geglückt, so dass seit neunhundert Jahren tatsächlich kein fremder Eroberer mehr englischen Boden betreten hat, während ringsum die kontinentalen Staaten wieder und wieder die Beute fremder Eroberer wurden, der Araber in Spanien, der Mongolen in Polen und Russland, der Deutschen, der Franzosen, der Spanier in Italien, der Engländer in Frankreich, von wo sie erst durch einen hundertjährigen Krieg vertrieben wurden, der Spanier in den Niederlanden, den Türken in Ungarn und vor Wien, der Franzosen, der Dänen, der Schweden, der Kroaten, der Spanier, der Türken in Deutschland, das jahrhundertelang zum Schlachtfeld Europas wurde. Der Niederschlag der Erinnerung an die eigene Geschichte, wie das Erlebnis der so völlig gegenteiligen Geschichte des Kontinents war der Entschluss: nie wieder soll ein Feind englischen Boden betreten! Britannia rule the waves! Und damit der Entschluss zur englischen Hegemonie zur See.“ (Friedrich Berber. Prinzipien der britischen Aussenpolitik. „Balance of Power.“ Berlin 1939)
Wie wir wissen, ist dieses Prinzip seit dem Aufkommen der Geldmächte unter Oliver Cromwell systematisch aufgeweicht worden. „Als Cromwell merkte, dass nicht genügend Geld im Lande war, erlaubte er die Rückkehr der Juden und gab Ali-Ben Israel, dem Oberhaupt eines grossen Amsterdamer Bankhauses, Konzessionen. Darauf wurde im Jahr 1694 die Bank von England gegründet und der Geldverleih zu 4 1/2% erlaubt, weiterzuverleihen an die Regierung zu 8%. Ihre Statuten ermächtigten sie ausserdem, Geldnoten und Münzen auch über den Wert der Goldreserven hinaus in Umlauf zu bringen, d.h. Geld aus dem Nichts zu schaffen. So wurde in England die Verschuldung zum Grundprinzip der Geldwirtschaft.“ (J.F. Fuller. Das Problem Europa.)
Der ungezügelte Machtanspruch der Strippenzieher hinter den Kulissen veranlasst sie alles in die Wege zu leiten die souveränen Staaten zu schwächen und sodann aus dem Weg zu räumen. Bei diesem Projekt scheuten sie sich nicht über Leichenberge zu steigen. Wie J.F. Fuller bemerkt: „Die Seele der Weltgeschichte wird klein, niedrig und unfruchtbar, wenn es die Verhältnisse den kleinen Männern gestatten, an die Führung zu kommen. Dann hört die Weltgeschichte auf, sie schlummert, und das Geschwätz der Affen hallt durch das Schattenland der Tapferen…Es ist eine moralisch leere Welt, voll von liebenswürdigen und angenehmen Mittelmässigkeiten…Wie Sand fliessen die Ereignisse durch die Finger geschwätziger Staatsmänner, bis das Blut von den Fäusten unfähiger Soldaten trieft.“
Die von Fuller erwähnten Völker, Nationen oder Rassen, die als Eroberer in Erscheinung getreten sind, sind dies differenziert betrachtet, natürlich nicht. Sie sind immer von ihren Führern (und deren „Beratern“) mit grossen Machtansprüchen, indoktriniert und aufgestachelt worden, „grosse Taten“ zu vollbringen. Wenn ein Volk oder eine Nation sich in einer verzweifelten Lage befindet, ist es umso leichter es zu verführen. Aber auch satte Bäuche lassen sich verblöden, wie wir heute feststellen müssen.