Da haben wir es, eine Mischung aus lakonischer Offenheit und vorbeugender Propaganda. Es gibt genügend Berichte, die bezeugen, dass das Los der Eingeborenen keineswegs besser wurde in der Zeit danach. Der ungezügelte Opportunismus den Smuts und Botha zur Schau gestellt hatten, sprang am Anfang des Feldzugs, hier und da auf seine Truppen über.
„Bei den Unionstruppen wurde die Verpflegung anscheinend zeitweilig auch recht knapp. Die Enttäuschung über den Fortgang des Feldzuges wirkte wohl auch mit, und der Feind änderte sein Verhalten. So kam es, dass in dieser Zeit auf zahlreichen Farmen Hab und Gut und der gesamte Viehbestand geplündert wurden.“
Hier bestätigt sich die alte Weisheit: Es steckt ein Schweinehund in jedem von uns, man muss ihn nur von Leine lassen.
Zum Glück nicht in dem Masse, wie es sich 30 Jahre später in Deutschland ereignete, als diverse mordende und vergewaltigende Multikulti-Horden vor allem über die östlichen deutschen Gebiete herfielen. Wer sich für das Thema interessiert und starke Nerven hat, möge das Buch „Ostpreussisches Tagebuch“ von Hans Graf von Lehndorff lesen. Im Gegensatz dazu schilderte Elena Skrjabin in „Leningrader Tagebuch“, wie es einer Russin damals unter der deutschen Besatzung und als Zwangsarbeiterin erging. Ein Zustand, in den sie sich mit einem kranken Sohn im Schlepptau freiwillig begab, auf der Flucht vor den Bolschewiken. Wer Nerven wie Stahlseile hat und mehr über die, von Ilja Ehrenberg angezettelten Gräuel im deutschen Osten wissen möchte, wird alles im Detail in dem Buch „Die Flüchtlinge“ von Günter Böddeker finden. Die beiden russischen Offiziere, Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew, die über das Treiben ihrer Truppen berichteten, durften danach etliche Jahre im Sowjet-Gulag verbringen, weil sie „Bourgeoisen Humanismus“ betrieben hatten. Die kommunistischen Horden dieser Tage (Rote Armee Fraktion, Antifa, Autonome, B.L.M usw.) haben sich auch, opportunistisch und zur Tarnung, den Humanismus auf die Flagge geschrieben. Wieder einmal gedeihen unter einem Deckmantel der Hang zur Intoleranz und totalitärem Denken.
Frau von Eckenbrecher berichtet über eine hasserfülle Kriegspsychose, die sich unter den Krankenschwestern, die mit Bothas Truppen gekommen waren, ausgebreitet hatte. Sie weigerten sich teils, die verwundeten deutschen Soldaten zu versorgen und überliessen diese Aufgabe den Frauen in Windhoek.
Ferner berichtet sie über die Demontage und Abtransport von Sachwerten (Brückenpfähle der Swakopmunder Landungsbrücke, selbst das Reiterdenkmal sollte dran glauben – der Versuch wurde zum Glück vereitelt). Schnäppchenjäger strömten nach Windhoek, um billig an Wertgegenstände zu kommen. Der grösste Teil der deutschen Truppen, Polizei und Beamten wurde ausgewiesen, in einer rigorosen Art, die sogar im Unionsparlament Aufsehen erregte. Einige „nützliche“ Personen, Landmesser und Lehrer durften bleiben.
Den „Undesirables“, also Arme oder Leute, die keinen Zugang zu ihren Hilfsmitteln in der Heimat hatten, wurde jede Hilfe untersagt. Im Gegenzug kamen viele Beamte, Geschäftsleute, jüdische Händler, Spekulanten und Rechtsanwälte (deren Zahl schwoll von 2 Ansässigen auf über 30; zeitweilig war Jiddisch auf manchen amtlichen Dokumenten erlaubt) und „arm Blankes“ aus der Union. Tag für Tag wurden diese seit dem Anglo-Burenkrieg verarmten Menschen per Zug herangekarrt. Sogar aus Angola wurden Buren, die dort seit 1876 ansässig waren, in sogenannten Angolablocks angesiedelt. Um Platz für diese Neusiedler zu schaffen, waren die neuen Herren nicht zimperlich mit ihren Methoden. Viele deutsche Farmer wurden in den Selbstmord getrieben oder konnten ihre belasteten Farmen nicht halten – zahlreiche Zwangsversteigerungen waren die Folge. Die nachhaltig kluge Regelung der deutschen Verwaltung, wonach zwischen jeweils 3 Farmen, eine Farm als Reservefarm nicht verkauft wurde, um als Notweide in Dürrejahren zu dienen, wurde über Bord geworfen. Hiermit wurden nun unter begünstigten Bedingungen die neuen Siedler und Unionssoldaten belohnt.