Der 22 November brach an, junge Burschen, reife Männer, Väter und Söhne, Brüder und Freunde, eine Dorfmannschaft hielt stets zur anderen…Die Eifelbauern kamen auf verschiedenen Anmarsch Strassen in zwei Zügen heran, die Moselleute in drei Abteilungen, die sich bei Wengerohr vereinigen sollten…Als sie nach Wittlich hineinmarschieren wollten, traten ihnen Marokkaner mit gefälltem Bajonett entgegen und hielten sie auf…nach dem Eingreifen der Franzosen glaubten sie, eine Schlappe erlitten zu haben…Es schien alles Niederlage, Kapitulation und Zusammenbruch zu sein – und war schliesslich doch ein Erfolg…Nach der Schlacht im Siebengebirge und nach dem Bauernzug nach Wittlich überstürzten sich die Ereignisse. In Bernkastel, in Daun, in Prüm, in Cochem und anderwärts wurden in diesen Tagen die Separatisten vertrieben…Solche Rückschläge hielt die buntzusammengewürfelte Oberleitung der Separatisten nicht aus. Es hatte nie eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Führern, Dorten, Smeets, Mathes usw. gegeben. Jeder von ihnen war vor allem darauf bedacht, dass der andere nicht zu viel an Einfluss und Vorteilen für sich erhielt…Die Franzosen selbst schauten mit Geringschätzung auf diese Leute herab…In Paris hielt der Abgeordnete Jules Uhry Poincaré die Vorstrafenliste einer Reihe von Separatistenführern vor, die er insgesamt eine ‚Gesellschaft von Banditen und Galgenvögeln‘ nannte.“
Da soll einer mal sagen, Geschichte wiederholt sich nicht. Fast hätten diese erbärmlichen Gestalten den Sprung vom Separatisten zum Abgeordneten geschafft. Heute, 100 Jahre später, ist diesbezüglich kaum mit Widerstand zu rechnen, wie wir an der steilen Karriere diverser Hausbesetzer und Flughafenrandalierer erkennen können.
Ein Blick in den Grossen Brockhaus von 1957 lohnt sich, um gewisse Parallelen zur heutigen Zeit zu erkennen.
„…doch sollte einem Parlamentsabsolutismus durch die starke Stellung des Reichspräsidenten vorgebeugt werden, der alle 7 Jahre vom Volk gewählt war und dessen Befugnis in der Verfügung über den Ausnahmezustand gipfelte. Art 48 Abs. 2 der Reichsverfassung (Notverordnung) bot für Krisenzeiten die Grundlage für eine mögliche Gewichtsverlagerung vom ‚Parteienstaat‘ zur ‚Präsidentschaftsrepublik‘… Von Anfang an bestand damit die Spannung zwischen der Verfassungswirklichkeit des ‚Parteienstaates‘ und dem Verfassungsrecht (z.B. Fraktionszwang statt Gewissensfreiheit der Abgeordneten) …Die Sozialdemokraten überwanden zudem nie die Kluft zwischen ‚Staatspartei‘ und ‚Klassenkampfpartei‘…Reichskanzler Wirth prägte das Schlagwort ‚Der Feind steht rechts‘…die neu gebildete Regierung Wirth nahm das Londoner Ultimatum (Forderung von Reparationen unter Androhung der Ruhrbesetzung) an…von rechts wurde dies als ‚Erfüllungspolitik‘ gebrandmarkt.“
Im Jahre 2020 sind die kommunistischen Berufsrevolutionäre erneut unterwegs, nur unter einer neuen Flagge und beanspruchen „…kraft ihrer revolutionären Legitimation die bestimmende Gewalt“. Dieses Privileg hat ihnen allerdings schon die derzeitige, ewige Bundeskanzlerin (2005 – 2021) vor der Nase weggeschnappt. Die SPD hat es soweit noch nicht geschafft, die Kluft zwischen ‚Staatspartei‘ und ‚Klassenkampfpartei‘ zu überwinden. Nach wie vor wird die Gewissensfreiheit der Abgeordneten vom FraktionSo konnte der Aufbauszwang dominiert. Der blosse Gedanke eines Joachim Gauck oder eines Frank Walter Steinmeier in der Position des starken, mit weitreichenden Befugnissen ausgestatteten Reichspräsidenten, jagt kalte Schauer über den Rücken. Im Übrigen steht der Feind noch immer rechts.
In Südwestafrika hatte die Bevölkerung ihre eigenen Herausforderungen zu bewältigen, allerdings waren diese weniger heftig als in Deutschland. Über die Jugendjahre der Kinder auf Farm Ondekaremba berichtet Martin Rust.
„Wir Kinder hatten ein recht freies und gesundes Leben, konnten wandern und in den Bergen herumklettern oder reiten und hatten eine reichliche und gesunde Ernährung…Jochen übernahm mehr und mehr die Betreuung der Rinder…Godo strebte nach mehr Selbstständigkeit und übernahm den Bau von Dämmen mit Ochsen oder Eselgespannen, um möglichst viele Tränkmöglichkeiten für das Vieh zu schaffen…Ich bekam mit der Zeit das Amt des ‚Handy man‘, der auf der Farm alles reparieren musste und auch neue Verbesserungen ausführen konnte.“