Propaganti: A weapon of myth destruction
A weapon of myth destruction

Ein Rückblick. Teil 2. – Bis 1939.

Man kann nur spekulieren, warum er solches schrieb, wahrscheinlich um von den wahren Zusammenhängen abzulenken. 
Seine Machtbefugnisse im Mittleren Osten waren fast uneingeschränkt und er konnte neue Grenzen festlegen, ohne Rücksicht auf natürliche Volks/Stammeszugehörigkeiten oder religiöse Widersprüche. „Ich erschaffte Jordanien mit dem Strich eines Bleistifts an einem Sonntag Nachmittag.“  Ähnlich willkürlich „erschaffte“ er das heutige Land Irak. Die Söhne (Abdullah und Faisal) eines vormaligen Verbündeten, Hussain bin Ali, wurden als Herrscher installiert. Der Hintergedanke war, den widerspenstigen Vater, der das Britisch/Zionistische Kolonialprojekt – Palästina strikt ablehnte, zu erpressen. Er wurde in das Abseits manövriert, genauso wie Ibn Rashid, der das Projekt Palästina ebenso ablehnte. So kam es, dass der dritte einflussreiche Arabische Emir, der Wahhabit Ibn Saud, vermittels Waffen, Geld und Propaganda der Herrscher über das ebenfalls neu geschaffene Saudi Arabien wurde. Das war die Belohnung dafür dass, er das Zionistische Kolonialprojekt durchgewunken hatte, und das ist auch der Hintergrund zu der engen Zusammenarbeit zwischen dem heutigen Israel und Saudi Arabien. Von den falschen Versprechungen, die den Arabern vermittels der McMahon Korrespondenz gemacht wurden, blieb nach dem Sieg über die Türken nichts übrig. Die Britische Elite hat sich in dieser Zeit, wohl unbewusst selbst erniedrigt, zum Steigbügelhalter für zwei radikale Bekenntnis-Varianten. 
Bis auf den heutigen Tag wirkt sich Winstons Erbe auf die Menschen im Mittleren Osten aus, wer gegen das neue Kolonialprojekt ist, wird brutal bekämpft. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass die Einheimischen sich gerne von machtbesessenen Diktatoren der eigenen Reihen in das Verderben führen lassen. 

„Ohne Zweifel erschϋtterten die Entscheidungen 1919 die Glaubwϋrdigkeit der westlichen Mächte, – des ‚liberalen Internationalismus‘ a la Wilson…Viele Asiatische Volksvertreter wandten sich enttäuscht dem bolschewistischen Modell zu.“ (Wie der Versailler Frieden zum Nahost Konflikt fϋhrte. Jörn Leonhard. Die Welt. Geschichte. 21.07.19) 

Diese wenigen Auszüge aus der realen Nachkriegsgeschichte müssen reichen, das niederträchtige,  „treuhänderische“ Treiben zu veranschaulichen. Die Führer der Siegermächte hatten alle Hemmungen sausen gelassen und bedienten sich, legten die Fundamente für den nächsten Waffengang. Das russische Volk litt unter den Folgen des Krieges und der Bolschewistischen Revolution, wurde aber würdig von Polen vertreten. Über die Vorgänge in Russland hat Alexander Solschenizyn in – Der Archipel Gulag. 1974 – ausfürlich berichtet.  
 
„Im Jahre 1937, als unsere Gehirne durch blinden Gehorsam noch nicht vollends aufgeweicht waren“…gab es noch Widerstand…„und obwohl Lenin Ende 1917 zwecks Errichtung einer ‚streng revolutionären Ordnung‘, die ‚unbarmherzige Niederwerfung aller anarchistischen Versuche von Seiten verschiedener Trunkenbolde, Rowdys, Konterrevolutionäre und andere Personen‘ forderte“…wurde diese Säuberung wie ein Wettbewerb unter regionalen Tschekisten organisiert. In örtlichen Stellen war Eigeninitiative der übelsten Art angesagt, mit den logischen Folgen…Ganze Nationen wurden durch die Abflussrohre gepumpt und dazu noch Millionen und Abermillionen von Heimkehrern aus Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit…Jedoch haben wir versäumt zu sagen, dass der Begriff der Schuld als solcher schon in der proletarischen Revolution abgeschafft war…so dass wir auf solch rückständige Begriffe wie Schuld und Unschuld gar nicht mehr spekulieren konnen.“ 
“ Es klingt paradox: Die ganze Energie für ihre langjährige Tätigkeit schöpften die allesdurchdringenden und unermüdlich wachen Organe aus einem einzigen Paragraphen von den insgesamt einhundertachtundvierzig, die der nicht-allgemeine Teil des Strafgesetzbuches von 1926 aufzählt…der grosse, mächtige, üppige, weitverzweigte, vielfältige, alles sauberfegende Paragraph 58…Es gibt unter der Sonne wahrlich kein Vergehen, keine Absicht, keine Tat und keine Tatlosigkeit, die nicht vom gestrengen Arm des § 58 erreicht und gestraft werden konnte… 
Eine derart breite Formulierung auszuklügeln, war unmöglich, möglich hingegen eine derart breite Auslegung.“