Da mussten zuverlässige Leute ran, wie Herbert Hoover zum Beispiel. Ein ehemaliger Rothschild Angestellter, der sich bei seinen rücksichtslosen Machenschaften als Bergbauexperte, in Australien, China und Südafrika den Ruf gründlich ruiniert hatte. Hier lockte die Gelegenheit, sich als Menschenfreund, „Literaturliebhaber“ und später sogar als Präsident der USA, zu rehabilitieren. Es ist erstaunlich, wie solche Leute es immer wieder schaffen, mit einer blütenweissen Weste die Ziellinie zu überschreiten, – vorausgesetzt, dass sie sich bei der richtigen Partei eingereiht haben.
Herbert Hoover zog also los, unterstützt von mindestens 1000 Personen und auserwählten „Spezialisten“ – unter Anderen, der Belgier Emile Francqui, der schon als Offizier im Kongo, unter König Leopold, die nötige Erfahrung gesammelt hatte. Um dem Raubzug einen seriösen Anstrich zu verleihen, wurde der Geschichtsprofessor, Ephraim Adams herzugezogen. Diese Truppe griff also ab, was nicht niet – und nagelfest war. In Deutschland, (15 Wagenladungen von der Obersten Heerleitung, 6000 Bände vom kaiserlichen Hof), in Sankt Petersburg, (25 Wagenladungen von einem Türsteher für 200 Dollar erstanden,) in Finnland, (Eine Scheune voll Unterlagen des Zaren), um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Zugang zu russischen Archiven war einfach, da die Bolschewisten noch intensiv mit sich selbst beschäftigt waren. Die Ausbeute der Raubzüge wurde in den Tresoren der Stanford Universität vor neugierigen Blicken geschützt. Heute ist diese gigantische Sammlung von erbeuteten Dokumenten mit dem respekteinflössenden Namen Hoover Institution on War, Revolution and Peace, versehen.
Die Siegermächte selbst, desinfizierten ihre eigenen Archive. Beweise, die das eigene Bestreben nach Frieden, vor dem Krieg belegen sollen, wurden gefälscht und in den Vordergrund gestellt. Belastende Protokolle, die das Gegenteil bewiesen hätten, gab es in vielen Fällen nicht. Unsere machthungrigen Freunde hatten sorgfältig vorausgeplant und schrifliche Unterlagen vermieden. Die Geheime Elite, auch als Milner-Gruppe, oder Rhodes-Gruppe bekannt, deren Mitglieder fast ausschliesslich Produkte der drei Oxford Colleges, Ballion,New College und All Souls waren, lancierte einen konzentrierten Propagandafeldzug, wie ihn die Welt noch nie gesehen hatte.
Nach dem Motto von Winston Churchill, „Die Geschichte wird milde über mich urteilen, Ich gedenke sie zu schreiben“ wurde eine Flut von Geschichten und Memoiren zum Ursprung des Ersten Weltkriegs veröffentlicht. Allen voran bekannte Politiker, wie Sir Edward Grey und David Lloyd George. George Buchanan wurde gezwungen, gewisse Passagen aus seinen Memoiren zu streichen, sonst hätte man ihm die Pension gestrichen. Vermittels der Northcliffe Presse und dank der effektiven Geschichtenschreiber an der Oxford Universität wurde der Sektor dominiert. Auch in USA machte sich der Einfluss der Rhodes-Jünger bemerkbar. Gechichtsprofessor Bernadotte Schmitt veröffentlichte – The Coming of War: 1914. Wie zu erwarten, wurde er mit dem Purlizerpreis und dem George-Louis-Beer Preis ausgezeichnet. Dass er selbst ein Rhodes-Stipendiat war und Beer ein Rhodes-Gefolgsmann, war sicher nur Zufall.